Meet & Connect: Sechs Nachmittage im Wohnfloor Interior Campus

Meet & Connect: Sechs Nachmittage im Wohnfloor Interior Campus

Ein neuer Showroom ist am Eröffnungstag ein Versprechen. Ob er es hält, zeigt sich erst danach.

Seit Mai öffnen wir an Freitagnachmittagen die Türen unseres Interior Campus in Bludenz, für jeweils 50 geladene Gäste. Sechs dieser Termine liegen inzwischen hinter uns, rund 300 Menschen waren da: Hoteliers, Architektinnen und Architekten, Gewerbetreibende und Privatkunden. Es ist Zeit für eine erste Bilanz. Nicht darüber, wie das Haus aussieht, sondern darüber, was in ihm passiert.

Denn genau das war die Idee hinter Meet & Connect. Kein Festakt zum 50-Jahr-Jubiläum, sondern ein Format, das unsere Räume benutzt statt sie nur zu zeigen.

Die Showküche als Herzstück, sechsmal bewiesen

Die 6,5 Meter lange Showküche im Obergeschoss war von Beginn an der Ort, um den herum alles andere entstanden ist. Nach sechs Terminen können wir sagen: Diese Entscheidung war richtig.

An jedem Nachmittag wurde hier live gekocht, mit Sterneküche für unsere Gäste. Und jedes Mal passierte dasselbe. Menschen, die kurz vorher noch höflich durch die Räume gegangen sind, bleiben an der Kücheninsel stehen. Sie schauen zu. Sie stellen Fragen, die sie bei einem Beratungstermin nie stellen würden.

Fragen wie: Wie viel Arbeitsfläche brauche ich wirklich, wenn drei Dinge gleichzeitig laufen? Wie laut wird das im offenen Wohnraum? Wie verhält sich diese Oberfläche nach zwei Stunden echtem Betrieb?

Eine Küche im Prospekt beantwortet diese Fragen nicht. Eine Küche im Einsatz beantwortet sie von selbst. Das ist der Unterschied zwischen Anschauen und Erleben, und er ist der Grund, warum wir die Showküche im Alltag auch als Treffpunkt unseres Teams nutzen. Ein Raum, der nur bei Terminen aufgesperrt wird, bleibt eine Kulisse.

Drinks, Barkeeping und der zweite Teil des Nachmittags

Jeder Meet & Connect Nachmittag besteht aus zwei Hälften. Zuerst der geführte Rundgang, dann das Networking bei ausgewählten Drinks und professionellem Barkeeping, mit Open End.

Diese zweite Hälfte hat sich als der eigentlich wertvolle Teil herausgestellt. Nicht wegen der Getränke, sondern wegen dem, was dabei entsteht. In sechs Durchgängen haben wir beobachtet, dass die interessantesten Gespräche nie während der Präsentation stattfinden, sondern eine Stunde später, mit einem Glas in der Hand, vor einer Bemusterungswand.

Der Barbereich selbst ist dabei ein Anschauungsobjekt für sich. Wer einen Barkeeper eine Stunde lang bei der Arbeit sieht, versteht sofort, worauf es bei der Planung solcher Zonen ankommt. Bewegungsfreiheit hinter dem Tresen, kurze Greifwege, Oberflächen, die Zitrussäure und Dauerfeuchtigkeit über Jahre aushalten, und eine Beleuchtung, die zwei Aufgaben gleichzeitig erfüllt: Arbeitslicht und Atmosphäre. Für unsere Gäste aus Hotellerie und Gastronomie sind das keine theoretischen Überlegungen, sondern tägliche Praxis.

Warum wir mit dem ganzen Team empfangen

Bei Meet & Connect empfängt nicht eine Verkaufsperson die Gäste, sondern das gesamte Wohnfloor-Team. Geschäftsführer Stefan Schwarzhans führt durch den Nachmittag und verbindet die Stationen zu einem Ganzen.

Das ist bewusst so angelegt. Wer ein Projekt startet, arbeitet später ohnehin mit mehreren Menschen zusammen: Innenarchitektur, Raumausstattung, Malerei, Projektleitung. Wenn diese Menschen erst nach Vertragsabschluss auftauchen, entsteht Distanz. Wenn man sie vorher bei einem Glas kennengelernt hat, entsteht etwas anderes.

Für uns ist das auch eine Frage der Haltung. Nach 50 Jahren, seit der Gründung 1976, wissen wir ziemlich genau, dass Projekte nicht an Materialfragen scheitern. Sie scheitern an Kommunikation.

Was die Gäste am meisten interessiert hat

Nach sechs Terminen lässt sich ein Muster erkennen. Bestimmte Bereiche ziehen die Menschen zuverlässig an, unabhängig davon, ob sie ein Hotel planen oder ein Wohnzimmer.

Das Kino gehört dazu. Dass sich eine Planung als Film ansehen lässt, mit Visualisierungen und Renderings, bevor der erste Handgriff getan ist, überrascht fast jeden Gast. Die Reaktion ist selten technisches Interesse, sondern Erleichterung. Es nimmt einer Entscheidung das Risiko.

Der Bemusterungsraum neben den Büros unserer Innenarchitekten und Designer ist der zweite Magnet. Hier bleiben Menschen am längsten, weil hier zum ersten Mal Ruhe herrscht. Materialien in aller Ruhe nebeneinanderzulegen, bei Tageslicht und bei Abendbeleuchtung, verändert Entscheidungen mehr als jede Beratung.

Und die Terrasse im Süd-West-Teil. Sobald das Wetter mitspielt, verlagert sich der Nachmittag dorthin. Outdoormöbel, Sitzgelegenheiten, Outdoorküche. Einrichten endet bei uns nicht an der Wand, und das versteht man an dieser Stelle ohne Erklärung.

Die Fragen, die immer wiederkommen

Aus sechs Nachmittagen mit rund 300 Gästen ergibt sich ein erstaunlich konstanter Fragenkatalog. Und fast alles davon betrifft Entscheidungen, die früh im Prozess fallen und spät teuer werden.

Am häufigsten geht es um Material. Viele Gäste haben ihre Auswahl vorab am Bildschirm getroffen, anhand von Fotos. Im Bemusterungsraum stellt sich dann heraus, dass ein Eichenton, der warm gewirkt hat, in einem nordseitigen Raum kühl kippt. Deshalb legen wir Muster grundsätzlich im Raum nebeneinander, bei Tages- und bei Abendlicht, und ergänzen das durch eine fotorealistische Visualisierung des konkreten Projekts. Was am Bildschirm entschieden wird, sollte im Raum bestätigt werden.

Der zweite Dauerbrenner ist das Licht. Es wird fast immer zu spät gedacht, meist erst dann, wenn die Möblierung längst feststeht. Dabei braucht jeder Raum zwei getrennte Konzepte, Arbeitslicht und Stimmungslicht, und beide beeinflussen die Position von Leitungen, Möbeln und Oberflächen. Lichtplanung gehört an den Anfang, nicht ans Ende.

Dann die Bewegungsflächen. In Küchen und Barbereichen werden sie regelmäßig zu knapp geplant, weil im Grundriss die Person fehlt, die dort acht Stunden arbeitet. Wir planen deshalb entlang realer Abläufe und stimmen das mit dem späteren Betrieb ab, statt uns auf die Optik im Plan zu verlassen.

Eng damit verbunden ist die Frage nach der Beanspruchung. Eine Oberfläche, die in einem Privathaushalt jahrelang schön bleibt, kann in der Gastronomie nach einer Saison müde aussehen. Wir definieren deshalb vorab das Nutzungsprofil: Feuchtigkeit, Reinigungsintervalle, Frequenz, gewünschte Lebensdauer. Erst danach fällt die Materialentscheidung.

Und schließlich die Organisation. Viele Gäste kennen das Gefühl, bei einem Umbau sieben Firmen zu koordinieren und am Ende sieben verschiedene Antworten auf dieselbe Frage zu bekommen. Als Generalunternehmer übernehmen wir diese Rolle vollständig, mit einem verantwortlichen Ansprechpartner von der Planung bis zur Übergabe. Für Hotels und Restaurants heißt das vor allem eines: Die Terminplanung richtet sich nach dem Betriebsablauf, nicht umgekehrt.

Ganzheitlich heißt: es hört nicht beim Sichtbaren auf

Was Gäste bei einem Nachmittag selten sehen, aber oft ansprechen, ist der Teil hinter den Kulissen. Näherei, Polsterei und Teppichkonfektionierung im eigenen Haus, komplett erneuert. Für ein Hotelprojekt bedeutet das kurze Wege bei Vorhängen, Polstern und Sonderformaten, ohne dass ein externer Zulieferer den Zeitplan bestimmt.

Dasselbe Prinzip gilt für das Gebäude selbst. Eine Erdwärmegrundwasserpumpe versorgt als Mikronetz mehrere Gebäude am Standort und kann heizen wie kühlen, ergänzt um eine eigene PV-Anlage. Die gesamte Gebäudesteuerung läuft dabei über Loxone zusammen: Licht, Heizung und Klima, aber auch Bewegungsmelder, Rauchmelder und Überwachung laufen in einem System. Damit lässt sich jederzeit nachvollziehen, wohin die Energie tatsächlich fließt und an welcher Stelle sich regulieren lässt, vom einzelnen Raum bis zur E-Tankstelle vor dem Haus.

Der große Vorteil dieser Planung zeigt sich erst auf den zweiten Blick: Das Gebäude ist so ausgelegt, dass es schrittweise energieunabhängig wird. Wenn wir mit Kunden über Nachhaltigkeit und Gebäudetechnik sprechen, können wir dabei aus dem Fenster zeigen.

Die nächsten Nachmittage

Sechs Termine sind absolviert, weitere folgen. Das Format bleibt gleich: 50 Plätze, ein Freitagnachmittag, geführter Rundgang durch den Interior Campus, danach Networking bei Sterneküche und Barkeeping mit Open End.

Wenn Sie ein Projekt vor sich haben, ob Hotel, Restaurant, Büro oder Zuhause, ist ein Meet & Connect Nachmittag der entspannteste Weg herauszufinden, wie wir arbeiten. Ohne Termindruck, ohne Verpflichtung.

Und wenn Ihnen ein Nachmittag im größeren Kreis zu unverbindlich ist: Vereinbaren Sie einfach einen persönlichen Termin bei uns in Bludenz. Die Showküche steht dann genauso bereit, nur eben für Sie allein.